Not macht erfinderisch – jeder kennt diese Weisheit und sie mag auch auf die vermeintliche Idee hinter der French Press zuzutreffen. Die Voraussetzung dafür ist aber, dass die damit verbundene Legende tatsächlich stimmt. Ein französischer Arbeiter kam in die Bredouille, als er vor dem Kochen des Wassers vergaß, den Kaffee hinzuzugeben. Den ganzen Vorgang noch einmal von vorn beginnen – das wollte er nicht. Stattdessen hatte er den Einfall, das Kaffeemehl einfach hinzuzufügen. Den Kaffee drückte er anschließend mit Hilfe eines Siebs aus dem Wasser heraus. 

Ob es sich wirklich so zugetragen hat, werden wir wohl nie erfahren. Was wir aber wissen: Die alternativ als Pressstempelkanne bezeichnete Erfindung meldete der italienische Designer Attilio Calimani 1929 zum Patent an. Schon um 1850 soll der besagte französische Arbeiter zu seinem spontanen Einfall gekommen sein. Und die French Press ist ein perfektes Beispiel für europäische Zusammenarbeit. Ihr Name stammt aus dem Englischen, ihr Erfinder war Franzose, ein Italiener meldete sie zum Patent an – und mit Bodum verhalf ihr ein dänisches Unternehmen zum kommerziellen Erfolg. Alle relevanten Informationen zu dieser speziellen Kanne gibt es auf dieser Seite.

 

 

 

Was den Kaffee aus der French Press so besonders macht

Die French Press gehört in die Kategorie der Full Immersion Kaffeebereiter. Was bedeutet das? Das Pulver bleibt durchgehend mit Wasser in Kontakt, bis es abschließend durch einen Filter getrennt wird. Das führt zu einer langsamen Extraktion der Geschmacksstoffe. Die enthaltenen Fette und Öle werden bei der Zubereitung nicht herausgefiltert. Das ist auf das vergleichsweise grobmaschige Sieb zurückzuführen und verleiht dem Kaffee im Ergebnis mehr Fülle.

Die Zubereitung in der French Press erfolgt auf natürliche Art und dementsprechend ohne, dass chemischer Abfall entsteht. Sie ist demnach eine nachhaltige Methode, denn das übrige Kaffeepulver wandert in den Biomüll oder dient gar noch als Dünger für Pflanzen. Sogar die beliebte Crema entsteht mit der Pressstempelkanne. Während der Wartezeit bildet sie sich langsam an der Oberfläche. Auch nach dem Umrühren bleibt sie erhalten. Theoretisch lässt sich mit der French Press sogar Espresso herstellen – dafür ist lediglich das Mischverhältnis zwischen Wasser und Espressopulver entsprechend anzupassen.

Schritt für Schritt Kaffee mit der French Press herstellen

Wie gelingt der perfekte French Press Kaffee? Keine Sorge – die Zubereitung ist weniger kompliziert, als manch einer vielleicht denken mag. Wir erklären die einzelnen Schritten verständlich für jeden Neuling.

Die Grundvoraussetzung ist zunächst das richtige Kaffeepulver. Ein echter Genießer dürfte sich der Tatsache bewusst sein, dass sich frisches Mahlen dafür als beste Lösung anbietet. Neben der French Press selbst sollte daher auch eine Kaffeemühle zur Ausstattung gehören. Empfehlenswert sind hierfür vor allem Modelle mit Kegel- oder Scheibenmahlwerk. Da das Zubereiten mit der French Press eine vergleichsweise lange Kontaktzeit des Pulvers mit Wasser vorsieht, empfiehlt sich ein mittel bis grober Mahlgrad. Auf diese Weise lassen sich die Aromen bestmöglich herauslösen. Um eine Orientierung zu geben: Die Partikel sollten von ihrer Größe etwa mit Meersalz zu vergleichen sein.

Der nächste Arbeitsschritt sieht das Wasserkochen vor. Die ideale Temperatur beträgt etwa 96 Grad, bevor das Wasser mit den gemahlenen Bohnen in Kontakt kommt. Im Umkehrschluss bedeutet das: Nach dem Kochen dürfen noch 1-2 Minuten verstreichen. Wer sich fragt, wie viel des gemahlenen Kaffees er eigentlich verwenden soll, dem geben wir ebenfalls gern einen Hinweis. Pro Liter Wasser sind das etwa 65 Gramm Pulver oder alternativ acht Esslöffel.

Sobald sich Wasser und Pulver mischen, beginnt der Brühvorgang und das Aroma entfaltet sich. Durch Umrühren wird eine noch gleichmäßigere Verteilung erzielt. Lass das Ganze drei bis vier Minuten ziehen. Im Anschluss braucht nur noch der Pressstempel gedrückt zu werden. Setze diesen auf die Glaskanne. Er sollte die Oberfläche des bereits nach oben gestiegenen Pulvers berühren. Prüfe zur Sicherheit noch einmal, dass das Sieb auch wirklich richtig sitzt – wenn alles passt, drücke den Stempel möglichst gleichmäßig und langsam nach unten.

Die bekanntesten Typen einer French Press

Als absoluter Klassiker unter den French-Press-Modellen gilt die Marke Bodum mit ihren Ausführungen. Dafür erhielt sie sogar den dänischen Designpreis. Sie zeichnet sich unter anderem durch das geschmacksneutrale Glas der Kanne aus, welches auch als Borosilikatglas bekannt ist. Ebenfalls typisch: Der Kaffeebereiter erweist sich als temperatur- und chemikalienbeständig, besteht aus rostfreiem Stahl, während die Griffe aus Kunststoff gefertigt sind. Ein weiteres Wiedererkennungsmerkmal ist die Kugel am Stempel.

Recht ähnlich zeigt sich die Marke Bialetti mit ihren French-Press-Modellen. Sie sind ebenfalls recht schlicht gehalten, doch von ihrer Formgebung im Gegensatz zu Bodum weniger abgerundet, sondern eher schnittig gestaltet. Der Griff ist ergonomisch geformt. Eine Figur als Markenzeichen des italienischen Herstellers ziert zumeist die Glaskanne.

Stärken und Schwächen der French Press

Wie sich anhand der Ausführungen vielleicht schon erahnen lässt, überzeugt die French Press mit einer sehr simplen Handhabung. Damit ist bereits ein ganz wesentlicher Vorteil genannt. Sie entpuppt sich zudem als komfortabel, wenn es um das Reinigen geht. In aller Regel kann die Kanne dafür aus dem Metall-Gestell herausgenommen werden. Zudem erlaubt die French Press weitgehende Unabhängigkeit. Sie begleitet Kaffeegenießer als kompakt verstaubares Tool auf Reisen.

Vollkommen autark sind die Nutzer allerdings nicht, denn sie müssen noch Wasser kochen, wofür in den meisten Fällen eine Stromquelle nötig ist. Dafür gilt die Pressstempelkanne als sehr ergiebig, denn mit einer Zubereitung werden mehrere Tassen gefüllt. Etwas Feingefühl verlangt sie außerdem, was den richtigen Mahlgrad angeht. Der sollte so grob gewählt sein, dass keine Partikel des Kaffeemehls durch das Sieb wandern. Das Sieb hat andererseits den Vorteil, keine Fette und Öle herauszufiltern und damit für ein umso reichhaltigeres Geschmackserlebnis zu sorgen.

Doch Vorsicht: Zu viel Zeit solltest du dir beim Genießen auch nicht lassen und den Kaffee recht zügig austrinken. Verbleibt er zu lange in der Kanne, kommt es zur Überextraktion. Dann fällt er zu stark aus. Die Alternative dazu ist das Umfüllen in ein anderes Gefäß. Zu guter Letzt wollen wir nicht verschweigen, dass wir es stets mit Glaskannen zu tun haben. Obwohl diese schon recht robust konzipiert sind, überstehen sie nicht jeden Stoß unbeschadet. Etwas Umsicht ist also auch gefragt.

 

 

 

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