Honduras - Kaffee und Espresso in Reinform.... | Barista Royal GmbH

Honduras - Kaffee und Espresso in Reinform....

Honduras


Das produktivste Land Mittelamerikas ist Honduras, wenn es um die Kaffeeerzeugung geht. Auch weltweit genießt es einen hervorragenden Ruf, da es für seine Arabica-Bohnen geschätzt wird, zu denen Bourbon, Typica, Pacas und Catuai gehören.

Kaffee aus Honduras


In der ganzen Welt ist Kaffee aus Honduras bekannt und wird dank seines kräftigen Geschmacks sowie seiner Qualität geschätzt. Sowohl Espresso, als auch gemahlener Standard-Kaffee sind gefragt. Inzwischen erlangt vermehrt Bio-Kaffee aus dem mittelamerikanischen Land an Bedeutung. Er steht nicht nur für Nachhaltigkeit, sondern ist ebenso für die Bauern von Vorteil, da er ihnen höhere Einnahmen beschert. 
Überhaupt ist es aber in Honduras Gang und Gäbe, ohne Chemikalien bei der Kultivierung zu arbeiten. Einen positiven Beitrag zur Weiterentwicklung leisten Kooperativen, von denen die Cooperativa Cafetalera Capucas Limitada (COCAFAL) eine der bekanntesten ist. Sie helfen dabei, die Armut im Land zu reduzieren und generell für bessere Lebensverhältnisse zu sorgen. Gerade am Kaffee hängt in Honduras viel, da er für bis zu ein Drittel der Gesamtbevölkerung als Einnahmequelle dient. 

Panoramablick in die Kaffeeplantage (Barista Royal)

Panoramablick in die 2-3 jährige Kaffeeplantage, mit Produzent José  ("Blue Harvest Honduras - A Catholic Relief Services" by Maren Barbee is licensed under CC BY-SA 2.0)


Ein gemäßigt tropisches Klima, Höhenlagen mit nährstoffreichen Böden und ausreichend Niederschläge gewährleisten Idealbedingungen, um Arabica von hoher Qualität zu kultivieren. Robusta spielt unterdessen kaum eine Rolle. Generell eilt dem Kaffee aus Honduras der Ruf voraus, sehr vielseitig zu sein – so wie das Land selbst. Neben schokoladigen Noten sind auch Nuancen von Karamell nicht unüblich und es lassen sich teilweise exotische Früchte herausschmecken.

Von Nahmen sieht man die voll behangenen Äste der Kaffeepflanzen (Barista Royal)

José ist stolz: Die Pflanzen sind reich an roten Kaffeekirschen und versprechen eine gute Ernte  ("Blue Harvest Honduras - A Catholic Relief Services" by Maren Barbee is licensed under CC BY-SA 2.0)

Die Kaffee-Geschichte Honduras


Um 1800 wurden erstmals Kaffeebäume in Honduras angebaut. Die Ursprungsregion ist das Deperamento Olancho. Lange Zeit spielten diese Pflanzen aber dennoch eine untergeordnete Rolle. Im Vordergrund standen Bananen, die teils bis zu 88 Prozent des gesamten Exports ausmachten. Viel geschah unter dem Auge US-amerikanischer Großunternehmen, die sich im Landesinneren niedergelassen hatten. Mit deren Unterstützung wurde jedoch auch die Infrastruktur ausgebaut. An Bedeutung gewann der Kaffee erst gegen 1976. Die Regierung entzog in dem besagten Jahr den Bananengesellschaften die Erlaubnis, den Hafen und die landwirtschaftlichen Flächen zu nutzen. 
Dem vorausgegangen war der Kaffee-Krieg. Ab den 1950er-Jahren erkannten sogar im benachbarten El Salvador viele Bauern, welches Potenzial Honduras für den Kaffeeanbau vorweisen kann. Sie siedelten sich vermehrt im Hochgebirge an, was von der Regierung weitgehend unbemerkt blieb, aber die Einheimischen umso mehr erzürnte. Infolgedessen reagierte der Staat und begann mit der Vertreibung. Im Jahr 1969 uferte der Konflikt zunächst in Straßenschlachten aus, bevor die Armee von El Salvador für ihre Bauern kämpfte. Dem unterlegenen Honduras kamen schließlich die USA bei und erwirkten damit einen Rückzug. Rund 3.000 Menschen fielen dem Kaffee-Krieg zum Opfer. 
Was aber mehr als deutlich wurde: Die Bedingungen in Honduras sind perfekt, um Kaffee in großen Mengen zu kultivieren. Viele Kleinbauern entschlossen sich dazu, Plantagen anzulegen und künftig von diesem Wirtschaftszweig zu profitieren. Anfang der 1990er-Jahre hatte sich Kaffee zum wichtigsten Exportgut des Landes entwickelt. Zunichte gemacht wurde dieser Boom 1998 durch den Hurrikan Mitch, der große Teile der Anbaufläche zerstörte. Doch schon zwei Jahre später hatte sich Honduras von dieser Katastrophe weitgehend erholt. Heute ist das Land regelmäßig in der Liste der zehn größten Kaffeeproduzenten der Welt zu finden.

Kaffeeernte Honduras (Barista Royal)

Ernte der Kaffeekirschen in Honduras. Im Bild: Maria ("Blue Harvest Honduras - A Catholic Relief Services" by Maren Barbee is licensed under CC BY-SA 2.0)

Kaffeeanbau in Honduras


Die gängigste Anbauhöhe für Kaffee in Honduras liegt zwischen 1.000 und 1.500 Metern, wobei es sich um die qualitativ hochwertigsten Bohnen handelt. Teilweise sind jedoch auch Höhen bis zu 2.000 Meter üblich. Diesen Typ zeichnen ein kräftiges Aroma und ein einzigartiger Geschmack aus. Es wird von sogenanntem „High Grow Kaffee“ gesprochen. Die Klassifizierung erfolgt dabei auch nach der jeweiligen Höhe, aus welcher die Bohnen stammen. Die nächste Stufe ist der „Standard“ oder „Prime“, bei dem Höhenlagen zwischen 950 und 1.300 Metern zu nennen sind. Der „Low Grown“, „Buen Lavado“ oder „Good Washed“ stammt unterdessen aus den niedrigsten Regionen von 950 bis 300 Metern. Angebaut wird in Honduras Arabica in den Sorten Catuai, Bourbon, Pacas und Typica. Das geschieht ohne den Einsatz von Chemikalien und auf nachhaltige Weise, im Schatten anderer Bäume.  

Von der Ernte bis zum Verkauf – die Reise der honduranischen Kaffeebohne


Von März bis Mai dauert in Honduras die Hauptblüte der Kaffeepflanzen an. Die Ernte beginnt im Oktober und kann sich bis in den folgenden März ziehen. Da die Bohnen für viele Menschen eine Lebengrundlage bilden, ist das Bangen umso größer, ob die Pflanzen auch wirklich gesund bleiben und nicht etwa vom Kaffeerost befallen sind. Dieser Pilz taucht leider immer wieder auf und ist auch in vielen anderen Anbauländern existent. Nachdem vor einigen Jahren eine echte Plage zu konstatieren war, hat sich dieses Problem nun allmählich relativiert. Daher setzen die Kaffeebauern in Honduras immer mehr auf rostresistente Sorten. 

Kaffeewäsche in Honduras (Barista Royal)

Die Kaffebohnen werden von der Haut und Schmutz befreit und schließlich gewaschen ("Blue Harvest Honduras - A Catholic Relief Services" by Maren Barbee is licensed under CC BY-SA 2.0)


Die Ernte erfolgt ausschließlich per Hand, was auch darauf zurückzuführen ist, da der Großteil der Plantagen von Kleinbauern betrieben wird. Für sie wäre ein maschineller Einsatz ohnehin finanziell nicht zu stemmen. Honduras praktiziert überwiegend Nassaufbereitung, wobei jedoch auch teilweise Trockenaufbereitung Anwendung findet. Die Trockung geschieht vor allem in der Sonne, seltener im Trommeltrockner.

Kaffeetrocknung in Honduras (Barista Royal)

Walter wendet die Kaffeebohnen, die im Sonnentrockungsverfahren ihre Feuchtigkeit verlieren ("Blue Harvest Honduras - A Catholic Relief Services" by Maren Barbee is licensed under CC BY-SA 2.0)

Nur bei ausgewählten Sorten ist eine manuelle Sortierung üblich, ansonsten geschieht dieser Schritt elektronisch. Trotz der optimalen Bedingungen für den Kaffeeanbau ist der Export nicht in dem angemessenen, professionellen Niveau strukturiert. Oftmals werden die Ernten vieler Kleinbauern schlichtweg miteinander vermischt. Generell ist aber eine stetige Verbesserung in allen Bereichen zu erkennen. Verschifft werden die Bohnen von November bis September, wobei es viele Abnehmerländer gibt, die von Deutschland über die USA bis hin zu Südkorea reichen.

Die honduranische Kaffee-Kultur


Verglichen mit einer ganzen Reihe anderer Länder wird in Honduras nicht so viel Kaffee konsumiert. Dennoch ist es auch hier ein beliebtes Getränk. Vielleicht braucht es auch einfach noch ein paar Jahrzehnte, um sich weiter zu etablieren. Immerhin haben die Bohnen als Exportprodukt erst sehr spät ihre gebührende Wertschätzung erhalten, nachdem lange Zeit Bananen im Vordergrund standen.
Es ist zumindest auch klar zu beobachten, dass der Verbrauch der Bevölkerung in Honduras in der Vergangenheit stetig zugenommen hat. Ein weiteres Indiz dafür sind die vielen Kaffeebars, die sich immer mehr ins Bild vieler Städte integrieren. Zu finden sind sie in Einkaufszentren, an Tankstellen, in Krankenhäusern und natürlich auch ganz konventionell als Cafés in belebten Straßen. Immer mehr junge Menschen sind dort anzutreffen. Sie schlagen dabei gewissermaßen zwei Fliegen mit einer Klappe: Auf der einen Seite nehmen sie sich eine kurze Auszeit, um den Wachmacher zu genießen. Auf der anderen Seite können sie das in den Lokalen häufig kostenfrei zur Verfügung stehende Internet dabei nutzen. Honduras ist nicht nur für Kaffeegenuss in Form eines Heißgetränks bekannt – ein typischer Trend ist, sich mit ihm gut gekühlt als Eiskaffee zu erfrischen.

Besondere Kaffee-Sorten aus Honduras


Aus der Region Marcala stammt der Flor del Café. Er wächst in der Grenzregion unweit zu El Salvador auf einer Höhe von 1.300 bis 1.700 Metern. Typischerweise wird dieser Kaffee handverlesen und sonnengetrocknet. Viele schätzen an dieser Sorte, dass sie fruchtige Noten enthält, die an Steinfrüchte wie Aprikosen erinnert. Dazu kommt ein Schoko-Aroma mit einer feinen Süße. Den Flor del Café charakterisieren des Weiteren ein komplexer Körper und ein vollmundig-kräftiges Aroma. Neben dieser Sorte sind überhaupt die Bohnen aus dieser Region als Gourmetkaffees bekannt.
Eine weitere Kaffee-Sorte, die einer Erwähnung bedarf und ein Geheimtipp für Feinschmecker ist, hört auf den Namen Pacamara. Dieser Arabica wächst in einer Höhe von 1.200 bis 1.500 Metern und gilt als sehr aromatisch, weich und obendrein säurearm. Im Jahr 2006 erhielt dieser Kaffee die Auszeichnung als bester aus ganz Honduras. Die Ernte erfolgt von Hand auch der Pacamara wird sonnengetrocknet. 

Frisch gerösteter Kaffee (Barista Royal)

Frisch gerösteter, herrlich duftender Kaffee ( Milo Miloezger / Unsplash)

Die beliebtesten Kaffee-Regionen aus Honduras und der Kaffee-Charakter im Überblick

  • Marcala: fruchtig, schokoladig, dezent süß, vollmundig, kräftig
  • Copan: mittelkräftig, feine, frische Aromen, feine Säure, süßlich
  • Agalta: nussig, mittlerer bis kräftiger Körper, angenehmer Nachgeschmack
Es gibt in Honduras drei wesentliche Kaffee-Anbaugebiete, die von Bedeutung sind. Im Nordwesten liegt die Region Copan, Montecillos-Marcala ist im Südwesten zu finden und Agalta ist in der Landesmitte angesiedelt. Als vermutlich bekannteste der drei Gegenden sticht Marcala hervor, die im Volksmund eigentlich den Beinamen „Niemandsland“ trägt. Die fruchtbaren Böden haben ihren Ursprung im benachbarten El Salvador. Von dort wurden nämlich Vulkanausschüttungen herübergeweht. 
Copan ist auf dem früheren Gebiet der Maya entstanden, die im 8. Jahrhundert in dieser Region lebten. Heute gedeiht hier Hochlandkaffee auf einer Höhe von 1.100 bis 1.300 Metern, was ihm ausreichend Zeit gibt, um sein Aroma zu entfalten. Geprägt ist diese Zone von warmen Temperaturen am Tag und kühlen Nächten. Gleichwohl sind hier fruchtbare Böden anzutreffen. Agalta gehört zum Bundesstaat Olancho. Hier begann die Kaffee-Geschichte des Landes einst. Die Anbauregion ist in ein an Flora und Fauna reiches Regenwaldgebiet eingebettet. Milde Temperaturen und regelmäßige Temperaturen begünstigen auch hier die Bedingungen für die Pflanzen.

Zahlen und Fakten zu Kaffee aus Honduras


Neben Haiti mag Honduras zwar eines der ärmsten Länder in Mittelamerika sein, doch von seinen Anbaubedingungen für Kaffee ist es als reich zu bezeichnen. Auf nährstoffreichem Boden der Hochlandgebiete entwickeln sich die feinsten Bohnen in einer Höhe von 1.000 bis 2.000 Metern. Nur rund die Hälfte der möglichen Anbaufläche wird derzeit für die Kultivierung genutzt. Dementsprechend wohnt Honduras noch viel Potenzial inne – und dabei ist das Land schon unter den Top Ten der weltweit größten Produzenten zu finden. Für beinahe ein Drittel der Bevölkerung stellt das schwarze Heißgetränk übrigens einen Lebensunterhalt dar. Das Land trägt mit etwa zwei Prozent zur weltweiten Arabica-Produktion bei.

Ihr möchtet mehr über Kaffee erfahren? Seht euch auch unsere anderen Blogbeiträge an und schreibt uns bei neuen Ideen.

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Viele Grüße

Euer Team von Barista Royal


 

Unser Dank für die Bereitstellung des Titelfotos geht an: