Lange Tradition hat der Kaffeeanbau in Indonesien, wobei die Vielfalt der Bohnen mit der des Landes mithalten kann. Der Inselstaat ist direkt nach Vietnam der weltweit gröĂte Produzent von Robusta und zugleich fĂŒr einen der wertvollsten Kaffees, den Kopi Luwak, bekannt.Â
Kaffee aus Indonesien
NatĂŒrlich bedeutet Indonesien weitaus mehr als lediglich den Kopi Luwak Kaffee, der mit einem Kilopreis von rund 1.000 US-Dollar der teuerste seiner Art ist. Vielmehr hat das Land mit seinen Bohnen den Ruf inne, hier ein GegenstĂŒck zu den Sorten aus Lateinamerika zu bieten. Zusammenfassend kann der indonesische Kaffee als weich am Gaumen beschrieben werden, der zugleich erdige Töne enthĂ€lt und auch den Geschmack von KrĂ€utern durchscheinen lĂ€sst.Â
Besonders hervorzuheben ist der Kaffee von der Insel Java. Die tropischen Bedingungen sowie die HÀnge von erloschenen Vulkanen sind ideal, um eine charakteristische Note mit Wiedererkennungswert zu schaffen. Doch zur Vielfalt des indonesischen Kaffees gehört noch weitaus mehr und nicht nur das reichhaltige Angebot an Robusta. Von der Insel Sumatra stammt etwa einer der weltweit besten und gefragtesten Arabica-Kaffees.

Die Kaffee-Geschichte Indonesiens
Sage und schreibe 1696 tauchten erstmals Kaffeepflanzen in Indonesien auf. Verantwortlich dafĂŒr war der niederlĂ€ndische Gouverneur von Malabar. Er schenkte dem auf dem heutigen Jakarta ansĂ€ssigen Gouverneur von Batavia mehrere Setzlinge. Leider scheiterte der Anbau vorzeitig aufgrund einer Ăberschwemmung. Doch drei Jahre spĂ€ter und damit 1699 glĂŒckte ein erneuter Versuch mit Pflanzen aus dem indischen Raum.ÂBis zur ersten, wirklich nennenswerten Ernte dauerte es noch bis 1712. Da wurden die ersten Bohnen auf der Insel Jakarta abgenommen und von dort aus nach Amsterdam exportiert. Auf diese AnfĂ€nge knĂŒpfte umgehend eine Erfolgsgeschichte an. Rasant entwickelte sich die Insel zum wichtigsten Lieferanten fĂŒr den europĂ€ischen Markt. Genau wegen dieser Ursprungsgeschichte trĂ€gt Arabica-Kaffee bis in die Gegenwart noch die Alternativbezeichnung des Javakaffees.Â
Einen DĂ€mpfer hielt das Jahr 1877 bereit. Die meisten Arabica-Pflanzen Indonesiens befiel der Kaffeerost und fĂŒgte ihnen schweren Schaden und ErnteausfĂ€lle zu. Kurzerhand wurden diese durch die schneller wachsenden und grundsĂ€tzlich unkomplizierten Robusta-Bohnen ersetzt. Heute hat sich das Land zu einem der wichtigsten Produzenten dieser Sorte entwickelt und sortiert sich in der Weltrangliste bei diesem Segment direkt hinter den MarktfĂŒhrern Brasilien und Vietnam ein. Einer der teuersten Kaffees der Welt â der Kopi Luwak â hat seine Heimat in Indonesien. Er entsteht aus den Exkrementen einer speziellen Schleichkatzenart. Sie frisst die Kirschen zunĂ€chst und scheidet sie nach der Verdauung mit verschiedenen Enzymen wieder aus. Erstmals wurde diese Kaffeeart 1883 durch den deutschen Zoologen und Schriftsteller Alfred Brehm erwĂ€hnt. Â
Kaffeeanbau in Indonesien
Indonesien ist der weltweit gröĂte Inselstaat, der sich auf insgesamt gut 17.000 Inseln erstreckt. Damit geht eine Vielfalt der Anbaubedingungen einher â zumal tatsĂ€chlich auf einem GroĂteil dieser Inseln auch Kaffeepflanzen kultiviert werden. Sie sind dementsprechend verschiedenen geografischen und klimatischen Gegebenheiten ausgesetzt, was sich in der Konsequenz auch auf die breite Auswahl an Kaffee auswirkt. Konkret gibt es Unterschiede bezĂŒglich der Luftfeuchtigkeit, der Regenzeiten und damit verbundenen Niederschlagsmengen zu konstatieren. DarĂŒber hinaus gedeihen die Pflanzen in verschiedenen Höhen. Eine der wichtigsten Inseln ist Java, wo etwa zwischen 800 und 2.000 Metern ĂŒber dem Meeresspiegel Anbaugebiete zu finden sind. Der fruchtbare Boden entstand durch erloschene Vulkane. Trotz aller DiversitĂ€t wohnt allen Bohnen eine gewisse KrĂ€uternote inne, die mal stĂ€rker und mal weniger stark zu erkennen ist.Â

Von der Ernte bis zum Verkauf â die Reise der indonesischen Kaffeebohne
ZunĂ€chst einmal sorgen die facettenreichen Anbaugebiete des Inselstaats dafĂŒr, dass sich die Erntezeit ĂŒber einige Monate erstreckt. Von November bis Februar dauert die HauptblĂŒte der Pflanzen an, die NachblĂŒte kann noch von April bis Juni reichen. Ab Mai bis einschlieĂlich August werden die FrĂŒchte schlieĂlich geerntet. Das geschieht in Indonesien fast komplett von Hand. Auf einigen Inseln wie unter anderem auf Sumatra erfolgt auch der Sortierungsprozess manuell. Es wird dann von âdouble pickâ gesprochen und ist ein klares Indiz fĂŒr die hohe QualitĂ€t der Bohnen.ÂAnschlieĂend trocknen die Bohnen in der Sonne. Bei Arabica-Bohnen, die mit einem Zehntel den geringeren Anteil der produzierten Gesamtmenge ausmachen, sind zwischen sieben und zehn Tage dafĂŒr nötig, um das ausgezeichnete Aroma zu gewĂ€hrleisten. Oftmals geht dem eine nasse Aufbereitung auf vielen indonesischen Inseln voraus. So wird es unter anderem in den Regionen Blawan, Jampit oder auf Sumatra gehandhabt. Von Oktober bis Januar kann es dann noch zu einer Nachernte kommen. Der Kaffee aus Indonesien wird von den gröĂten HĂ€fen wie Djakarta, Surabaya, Palembang, Panjang oder auch Semarang in die AbnehmerlĂ€nder verschifft. Wichtige Handelspartner sind Japan, Deutschland, Algerien, Italien oder auch Korea und die USA.
Die indonesische Kaffee-Kultur
Zwei GetrĂ€nke liegen in Indonesien hinsichtlich ihrer Beliebtheit nahezu gleich auf. Neben dem ebenfalls in groĂem Umfang angebauten Tee ist das selbstverstĂ€ndlich der Kaffee. Dementsprechend ist er tief in der einheimischen Kultur verwurzelt. In Anbetracht der jahrhundertelangen Geschichte, auf welche der Kaffee im Inselstaat zurĂŒckblicken kann, verwundert das wohl auch kaum. Immerhin kamen die Pflanzen schon im 18. Jahrhundert nach Indonesien.Â
Landestypisch ist der sogenannte âkopi tubrukâ. Hier werden zumeist ein bis zwei Löffel von fein gemahlenem Kaffeepulver in einer mittelgroĂen Tasse aufgebrĂŒht. Auch etwas Zucker darf darin nicht fehlen. Das Ganze wird dann direkt so genossen â am Boden sammelt sich der Satz, weswegen ein kleiner Schluck zurĂŒckgelassen wird. Was hierzulande zwar viele als ein absolutes Muss erachten, ist in Indonesien unĂŒblich: Die Rede ist von Milch. Eine Ausnahme stellt aber der âkopi susuâ dar. Bei ihm ist besonders sĂŒĂe Kondensmilch eine wichtige Zutat und auch hier gehört ein Löffel Zucker dazu.

Besondere Kaffee-Sorten aus Indonesien
Das bedeutet, dass die Bohnen anschlieĂend wieder ausgeschieden werden. Sie sind aber durch diesen Prozess gewissermaĂen vorfermentiert und besonders durch die Enzyme speziell verĂ€ndert, wodurch die Bitterstoffe verschwinden. Pro Jahr entstehen nur vergleichsweise wenige Kilos dieser Kaffee-Sorte, denn immerhin mĂŒssen die Bohnen zunĂ€chst eingesammelt werden. Nach einer grĂŒndlichen Reinigung steht eine weitere Veredelung auf dem Plan. Â
Zwar sprengt es den Rahmen, auf alle speziellen Sorten des indonesischen Kaffees einzugehen, doch einer ErwĂ€hnung bedarf noch der Lagerhaus-Kaffee. Unter diesem Begriff lassen sich noch einmal weitere Sorten zusammenfassen. Deren Kirschen reifen in dafĂŒr vorgesehenen LagerhĂ€usern nach, wodurch ein eigenes Aroma entsteht. Diese Praxis machten moderne Technologien zwar ĂŒberflĂŒssig, doch GenieĂer vermissten den ganz eigenen Geschmack. In der Konsequenz erhielt diese Methode eine Renaissance. Kaffee-Sorten dieses Typus tragen oftmals den Zusatz âOldâ in ihrem Namen.Â
Die beliebtesten Kaffee-Regionen aus Indonesien und der Kaffee-Charakter im Ăberblick
- Java: schokoladig, leicht fruchtig
- Sumatra: krÀftig, voluminös, erdig, sÀurearm
- Flores: schokoladig, beerig, komplexer Körper
- Sulawesi: gehaltvoll, wĂŒrzig, krĂ€ftig, sĂ€urearm
- Mandheling: leichte Noten von Honig und Zitrus enthaltend
Viele RegenfĂ€lle, ein gemĂ€Ăigtes Klima und sogar noch aktive Vulkane â die Bedingungen in Indonesien lassen sich in den beliebtesten Kaffee-Regionen als ideal bezeichnen. Dadurch gelingt es, dass die Pflanzen verschiedene Aromen entwickeln, wodurch sie sich zum sortenreinen Genuss ebenso eignen, wie zur Verwendung in diversen Kaffeemischungen. Gerade der Vulkanismus beschert einen idealen NĂ€hrboden, der fĂŒr die geschĂ€tzte QualitĂ€t der Bohnen sorgt. Gemeinsam haben die Sorten aus nahezu allen Regionen eine dezente KrĂ€uternote. ErklĂ€ren lĂ€sst sich das mit der NĂ€he zum SĂŒdpazifik. Hervorzuheben ist Java als das wichtigste Anbaugebiet des Inselstaats. AuĂerdem ist der Kaffee aus Sumatra dafĂŒr bekannt, einer der weltweit besonders raren zu sein, der nahezu keine SĂ€ure enthĂ€lt. Eine Besonderheit ist es auch aus Sicht des Landes, da hier Arabica-Pflanzen kultiviert werden und diese machen einen kleinen Teil der produzierten Gesamtmenge aus.

Zahlen und Fakten zu Kaffee aus Indonesien
Einer der gröĂten Kaffeeproduzenten weltweit: Diesen Status hat Indonesien mit einem Marktanteil von etwa sieben Prozent inne. Das VerhĂ€ltnis zwischen Robusta und Arabica betrĂ€gt 90 zu 10. Das macht das asiatische Land hinter Vietnam zu einem der wichtigsten Anbieter von Robusta. Indonesien hat auĂerdem einen der teuersten Kaffees der Welt vorzuweisen. Der Kopi Luwak schlĂ€gt mit bis zu 1.000 US-Dollar auf ein Kilogramm zu Buche. Insgesamt 17.000 Inseln und mehr als 300 ethnische Gruppen gehören zum Staat, der schon Ende des 17. Jahrhunderts erstmals mit Kaffeepflanzen in BerĂŒhrung kam. Der bekannteste indonesische Kaffee stammt von der Insel Java.
Ihr möchtet mehr ĂŒber Kaffee erfahren? Seht euch auch unsere anderen BlogbeitrĂ€ge an und schreibt uns bei neuen Ideen.
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Euer Team von Barista Royal
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Unser Dank fĂŒr die Bereitstellung von Fotos geht unter anderem an:
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