Hawaii - das einzige Anbaugebiet der westlichen Industriestaaten

Hawaii - das einzige Anbaugebiet der westlichen Industriestaaten | Barista Royal GmbH

Hawaii

Als 50. Bundesstaat der USA genießt Hawaii mit seiner Kaffeeproduktion dahingehend ein Alleinstellungsmerkmal, da es das einzige Anbaugebiet der westlichen Industriestaaten stellt. Aushängeschild ist der Kona Kaffee, der zu den wertvollsten der Welt zählt, doch mit weiteren verschiedenen Varietäten von Arabica-Bohnen weiß die tropische Region mit noch weitaus mehr zu begeistern.

Kaffee aus Hawaii

Der edelste und zugleich einer der weltweit wertvollsten Kaffees ist der hawaiianische Kona. Die dazugehörigen Bohnen bestechen mit einem starken Glanz und Formschönheit. Vor allem verleiht ihnen der nährstoffreiche Vulkanboden einen ganz besonderen Geschmack. Kaffee aus Hawaii gilt als sehr vielseitig und kann unter anderem Noten von Nuss, Zimt oder sogar Vollmilchschokolade bieten. Kona Kaffee wird in Typ 1 und Typ 2 unterschieden. Charakteristisch für die Bohnen vom Typ 1 ist ihre pralle Form, wobei sie auf einer Seite flacher und auf der anderen runder sind. Das liegt daran, weil jeweils zwei Bohnen in der Kaffeekirsche reifen. Sie sind häufig mit Attributen wie „Kona Select“, „Kona Prime“ oder „Kona Extra Fancy“ anzutreffen.

Kaffeekirschen des Kona Kaffees

Kaffeekirschen des Kona Kaffees (Photo by Clint McKoy on Unsplash)

Kona vom Typ 2 beinhaltet unterdessen Peaberries, was Perlbohnen bedeutet. Sie reifen einzeln in der Kirsche und fallen dadurch rund aus. Weil diese selten sind, wissen sie auch mit einem speziellen Geschmack zu überzeugen. Sie können etwa mit dem Verweis „Peaberry Prime“ gekauft werden. Lange Zeit wurden auch Mischungen als reiner Kona Kaffee angeboten. Ein Gesetz regelt inzwischen, dass der Anteil der Kona-Bohnen auf der Verpackung vermerkt sein muss. Im Übrigen eilt hawaiianischem Kaffee der Ruf voraus, sehr koffeinhaltig zu sein.  

Die Kaffee-Geschichte Hawaiis

Im 19. Jahrhundert wurde das erste Kapitel hawaiianischer Kaffee-Geschichte geschrieben. Den Anfang stellt das Jahr 1817 dar. Ein erster Versuch, die Pflanzen gedeihen zu lassen, scheiterte damals noch. Das änderte sich dann 1825, als Häuptling Boko den Gouverneur von Oahu durch Brasilien begleitete, nachdem sie bereits Europa besucht hatten. Aus dem südamerikanischen Staat brachten sie Coffea-Pflanzen mit und schnell zeigte sich, dass ihnen die Bedingungen offensichtlich gut bekamen. Britische Missionare sorgten später dafür, dass andere Kaffeepflanzen auf die weiteren hawaiianischen Inseln Kauai, Big Island und Maui verteilt wurden.

Gerade die beiden letztgenannten Inseln erwiesen sich als perfekte Anbauregionen und der Kaffee konnte sich gut entwickeln. Und so kam es, dass geringe Mengen sogar in den Export gingen. Schädlinge machten den Pflanzen auf Maui später zu schaffen und zudem sollte die vorhandene Fläche verstärkt für den Anbau von Zuckerrohr dienen. Gerade die 1898 vollzogene Annexion Hawaiis durch die USA stand damit in Verbindung, denn die Nordamerikaner nahmen vor allem die Profitabilität ins Visier. Dafür war in ihren Augen Zuckerrohr deutlich besser geeignet, zumal die Bewirtschaftung einen deutlich geringeren Aufwand bedeutete. 

Das führte dazu, dass sich Big Island, insbesondere mit seiner Region um Kona, zum wichtigsten Zentrum für Kaffeekultivierung auf Hawaii etablierte. Lange Zeit blieb dieser Status bestehen. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs änderte sich das jedoch zusehends. Allmählich stabilisierten sich die Kaffeepreise und dementsprechend rückten mehr Regionen Hawaiis für die Kultivierung in den Fokus. Als ein weiteres wichtiges Anbaugebiet hat sich unlängst auch Kauai hervorgetan.

Kaffeeanbau in Hawaii

Hawaii kann auf die denkbar besten Bedingungen für den Kaffeeanbau zählen, die es überhaupt gibt. Gleichzeitig ist die Fläche der Inselgruppen nur begrenzt, was für eine überschaubare Produktivität im Verhältnis zu anderen Ländern sorgt. Gern wird etwa der Vergleich mit Brasilien und so mit einem der absoluten Schwergewichte in diesem Sektor gezogen: Gegenüber Hawaii verlassen dort bis zu 10.000 Mal mehr Bohnen das Land.

Kaffeeplantage auf Hawaii

Kaffeeplantage auf Hawaii ("Cercospora leaf spot and berry blotch of coffee" by Plant pests and diseases is licensed under CC PDM 1)

Der Kaffee, den Hawaii allerdings hervorbringt, überzeugt mit hoher Qualität und entsteht ökologisch nachhaltig. Ein Beispiel dafür ist der Schattenanbau, der vorsieht, dass der Kaffee im Schatten anderer Bäume gedeiht. Er wächst dadurch zwar langsamer, doch belastet das Ökosystem deutlich weniger und bietet auch anderen Tieren Lebensraum. Der Anbau auf Hawaii gilt jedoch insgesamt als sehr kostenintensiv, da etwa auch Dünger und Equipment auf die Inseln verschifft werden müssen.

Von der Ernte bis zum Verkauf – die Reise der hawaiianischen Kaffeebohne

Eine Besonderheit hat Hawaii bei der Ernte der Bohnen vorzuweisen. Der Zeitpunkt erstreckt sich über die Monate September bis Januar, kurz bevor die Pflanzen mit Schnee bedeckt sind. Der sogenannte „Kona Snow“ ist aber freilich kein echter Schnee, sondern durch das Sprießen der weißen Blüten erscheint es von außen betrachtet als würde tatsächlich eine Flockenpracht auf den Plantagen liegen. Spätestens gegen April ist dieser Zauber wieder vorbei und die Kaffeebohnen nehmen eine grüne Farbe an. Häufig lässt sich beobachten, dass in unmittelbarer Nähe zum Kaffee auch Bananen angebaut werden. Dahinter steckt die Absicht, Vögel abzulenken, die sich ansonsten an den Kaffeekirschen zu schaffen machen.

Trocknung von grünem Kaffee

Verbreitung von grünem Kaffee zum Trocknen in einer Freiluftanlage ("Spreading green coffee to dry in a hoshidana" by Plant pests and diseases is licensed under CC PDM 1.0)

Die Ernte des Kaffees geschieht auf Hawaii ausschließlich von Hand. Des Weiteren kommen sowohl eine Nass-, als auch eine Trockenaufbereitung in Frage. Im Anschluss werden die Früchte von der Sonne getrocknet. Manuell wird zum Teil auch beim Sortieren vorgegangen, wobei hier aber auch maschinelle Unterstützung üblich ist. Die Einordnung erfolgt nach verschiedenen Größen und Formen der Bohnen. In den Monaten Dezember bis April werden die Kaffeebohnen verschifft, was von den Häfen in Honolulu und Kawaihae aus geschieht. Neben den USA gelten auch Kanada, Japan und einige europäische Länder zu den Abnehmern.

Die hawaiianischen Kaffee-Kultur

Seinem wichtigsten Kaffee, dem Kona, widmet Hawaii alljährlich ein eigenes Festival. Es ist ein fester Bestandteil der damit verbundenen Kultur. Das Kona Coffee Cultural Festival ist zugleich das älteste Food Event des 50. US-Bundesstaats. Es findet im November statt und erstreckt sich über mehrere Tage. Die Besucher haben dabei die Möglichkeit, mehr über die Tradition hinter diesem Genussmittel zu erfahren und erleben dazu Kunst und verschiedene Veranstaltungen. Es gibt unter anderem einen Wettbewerb, bei dem das beste Kaffeerezept gekürt wird. Bei der Kona Coffee Cupping Competition geht es unterdessen darum, den besten Kaffee aus dem Kona Kaffeegürtel bei einer Verköstigung zu wählen.

Im Rahmen dieser Veranstaltung stehen auch weibliche Schönheiten im Mittelpunkt, denn die Miss Kona Coffee und die Miss Aloha Hawaii sind Wettbewerbe, bei denen die bezauberndsten Damen eine Krone aufgesetzt bekommen. Einen der Höhepunkte des Festivals bildet die Kona Coffee Cultural Festival Latern Parade. Es ist ein Laternenumzug, der mit Licht, Farben und Musik für ein unvergleichliches Flair sorgt und zunächst durch die Straßen des historischen Kailua Village führt, bevor zum Abschluss die Lichter von der Kamakahonu Bay in den Himmel aufsteigen.

Besondere Kaffee-Sorten aus Hawaii

Kein Weg führt am Kona vorbei, wenn über spezielle Kaffee-Sorten aus Hawaii gesprochen wird. Für das Gedeihen der Pflanzen sorgen hervorragende Bedingungen am sogenannten Kona Kaffeegürtel. Dieser hat eine Länge von rund 30 Kilometern und eine dazugehörige Breite von drei Kilometern. Gelegen ist er an der Westküste von Big Island und dort an den Hängen der Vulkane Mauna Loa und Hualalai sowie Mauna Kea. Die Vulkane haben einen sehr fruchtbaren Boden erzeugt, während sich auch die Anbauhöhe von 250 bis 850 Meter als ideal herausstellt. Dazu gesellen sich milde Temperaturen und ein konstantes Wetter mit morgendlichem Sonnenschein und bewölkten Nachmittagen, die auch immer wieder Schauer mit sich bringen. Die Kona-Bohnen lassen sich daran erkennen, dass sie stärker glänzen und eine vollkommene Form aufweisen. Der Kaffee trägt den Beinamen „braunes Gold Hawaiis“ und wird für eine zarte Säure, seinen vollen Körper und einen leicht nussigen Geschmack geschätzt.

Grüne Kaffeekirschen des Kona Kaffees

Grüne Kaffeekirschen auf der Kona Kaffeeplantage (by Chris Weil - Barista Royal)

 

Die beliebtesten Kaffee-Regionen aus Hawaii und der Kaffee-Charakter im Überblick

  • Big Island: delikat, aromatisch, stark und koffeinhaltig
  • Maui: weich, schokoladig
  • Molokai: voll, dezent saure Note, schokoladig
  • Oahu: mittleres Aroma, sanft mild, schokoladig
  • Kauai: intensiv, lebendig mit rauchigem Charakter

Das wichtigste Anbaugebiet Hawaiis ist Big Island, zumal hier der berühmte Kona Kaffee wächst. Rund 600 Bauern betreiben ihre Plantagen an den Steilhängen der Vulkane Mount Hualalai und Mauna Loa, die für den fruchtbaren Boden verantwortlich sind. Unterstützend dazu kommen die Witterungsbedingungen hinzu, die durch milde Temperaturen, eine Mischung aus Sonnenschein und Wolken sowie regelmäßige Schauer gekennzeichnet sind. Da das Anbaugebiet jedoch recht kompakt ausfällt, ist dementsprechend auch der Kaffee eine Rarität, der in vergleichsweise geringen Mengen produziert wird und somit einen recht hohen Preis mit sich bringt. Unlängst haben sich aber auch die Inseln Maui, Oahu, Molokai und Kauai zu wichtigen Anbauregionen entwickelt. Teilweise machten Ananas- und Zuckerrohrfelder zugunsten der Kaffeebohnen Platz. Auf Maui und Oahu ließ sich das beispielsweise beobachten.

Zahlen und Fakten zu Kaffee aus Hawaii

Hawaii verkörpert den 50. Bundesstaat der USA und das überhaupt einzige Kaffeeanbaugebiet der westlichen Industriestaaten. Neben dem Anbau von Bananen ist es das wichtigste Exportprodukt. Der qualitativ besonders hochwertige Kona Kaffee zeigt sich als derart wertvoll, dass sein Preis zwischen zehn und zwanzig Mal so hoch angesiedelt ist als der von handelsüblichem Arabica. Diese Rarität wächst vor allem an den Steilhängen des Mauna Loa Vulkans sowie des Mount Hualalai in einer Höhe von 250 bis 850 Metern. Mehr als 600 Bauern haben sich auf die Kultivierung von 100 Prozent reinem Kona spezialisiert. Die komplette Anbaufläche dieses Kaffees erstreckt sich nur auf ungefähr 100 Quadratkilometer.

 

Zwar nicht aus Hawaii - aber auch lecker 

Barista Royal Espressi

 

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Unser Dank für die Bereitstellung des Titelfotos geht an:

Roberto Nickson on Unsplash