Indien - die Tee-Nation und sein Monsooning-Kaffee

Indien - die Tee-Nation und sein Monsooning-Kaffee | Barista Royal GmbH

Indien

Denkbar ideale Bedingungen für den Kaffeeanbau lassen sich in Indien vorfinden: Ob es das feucht-warme Klima mit regelmäßigen Schauern oder halbschattige Regionen sind – die vermeintliche Tee-Nation gehört zugleich in die Top Ten der größten Produzenten von Arabica- und Robusta-Bohnen.

Kaffee aus Indien

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In erster Linie Robusta, aber auch zu einem annähernd großen Anteil Arabica – das ist die Konstellation des in Indien angebauten Kaffees. Das schwarze Gold des Landes wird insbesondere für seinen geringen Säuregehalt geschätzt und ist dementsprechend gerade für Kaffeeliebhaber mit Magenproblemen hervorragend geeignet. Im Allgemeinen eilt den Bohnen der Ruf voraus, für einen würzigen, komplexen sowie ausgewogenen Charakter zu sorgen. Des Weiteren hinterlässt er ein angenehm weiches Mundgefühl, wie es häufig von Genießern beschrieben wird.

Ein absolutes Alleinstellungsmerkmal genießt das Land mit seinem Monsooning-Kaffee. Hierunter ist eine spezielle Methode zur Aufbereitung zu verstehen, mit welcher das Aroma aus vorindustrieller Zeit künstlich erzeugt wird. Dafür werden die Bohnen für einige Zeit in Lagerhäusern untergebracht, in denen sie bewusst Regen und Monsunwinden ausgesetzt sind. Dadurch entsteht ein Geschmack, wie er sich einst durch lange Fahrten auf Segelschiffen nach Europa entwickelte.

Traditionell gekleidete Frauen mit Tragewannen

Traditionell gekleidete Frauen mit Tragewannen  (Foto: Jose Aragones von Pexels)

Die Kaffee-Geschichte Indiens

Ein wenig kurios ist es schon: Obwohl Indien zu einem der Schwergewichte auf dem globalen Kaffeemarkt gehört, gibt es keine wirklich aussagekräftige Quelle, welche die Anfänge genau beschreiben kann. Dafür berufen sich die meisten Angaben auf einen jungen Mann, der im 17. Jahrhundert gelebt hat. Auf einer Pilgerfahrt nach Mekka entdeckte er angeblich die schwarzen Bohnen und entschied sich dazu, einige davon mit in seine Heimat zu nehmen. In einer speziellen Weise faszinierte ihn diese bis dahin völlig unbekannte Frucht. Genau aus diesem Grund pflanzte er sie in seinem Dorf im Süden des Landes an, woraufhin sie gediehen und es immer mehr wurden.

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Für andere ist das ein wenig zu märchenhaft und sie gehen unterdessen davon aus, dass der Kaffee eigentlich erst ein Jahrhundert später nach Indien kam. Verantwortlich sollen dementsprechend die britischen Kolonialisten im 18. Jahrhundert gewesen sein. Ob sie die Pflanzen aus Europa einführten und schrittweise Plantagen anlegten – auch das lässt sich aus heutiger Sicht nicht vollends beweisen. Was aber mit Gewissheit gesagt werden kann: Die Kultivierung hat in Indien auch schon einige Jahrhunderte hinter sich und entwickelte sich über diese Dauer immer weiter. Dennoch blieb das Getränk lange in der Beliebtheitsskala hinter dem Tee.

Plantage

Saftig grüne Plantage in Indien (Foto: Nandhu Kumar von Pexels)

Ein wichtiger Schritt wurde 1942 vollzogen, als die Regierung das Coffee Board of India ins Leben rief. Diese Behörde unterstützte den Anbau und betreute den Verkauf der Bohnen, die von kleinen Farmen stammten. Um 1995 setzte unterdessen wieder die Tendenz ein, den Anbau stärker zu privatisieren. Heute ist das Getränk unlängst auch bei der indischen Bevölkerung angekommen und erfreut sich demnach nicht nur im Ausland großer Beliebtheit.

Kaffeeanbau in Indien

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Der Schwerpunkt des Kaffeeanbaus erstreckte sich lange Zeit nur auf den Süden des Landes, wobei speziell die Provinzen Kerala, Karnataka sowie Tamil Nadu hervorzuheben sind. Sie tragen auch den Beinamen Kaffee-Gürtel und sind für Robusta-Bohnen bekannt. Mittlerweile hat aber der Osten Indiens vermehrt an Bedeutung gewinnen können und auch hier entstehen Anbaugebiete. Die Pflanzen gedeihen in den unterschiedlichsten Höhen, wodurch eine Sortenvielfalt zu erklären ist. Überhaupt kann Indien sowohl Robusta-, als auch Arabica-Bohnen vorweisen.

Typisch gilt für das Land, dass es unzählige Plantagen gibt, die dementsprechend recht klein sind. Ebenfalls charakteristisch: Die Pflanzen wachsen zumeist in einer Region, die als dschungelartig bezeichnet werden kann und in der ein tropisches Klima vorherrscht.

Von der Ernte bis zum Verkauf –  die Reise der indischen Kaffeebohne

Wer sich fragt, warum ein flächenmäßig derart großes Land wie Indien einen vergleichsweise geringen einstelligen prozentualen Anteil am Weltmarkt wahrt, sei darauf hingewiesen, dass die Ernte der Bohnen von Hand geschieht – und das ausschließlich. Das bedeutet, dass das Abnehmen der Kirschen mit einem hohen Arbeitsaufwand verbunden ist. Andere Länder wie beispielsweise Vietnam oder Brasilien setzen verstärkt auf maschinelle Unterstützung. Folglich fallen die Erträge in Indien geringer aus. Umso erfreulicher ist das allerdings für die Qualität der Bohnen – nur Früchte, die auch wirklich reif sind, werden geerntet.

Grundsätzlich kann die Aufbereitung in Indien auf unterschiedliche Weise erfolgen: Trockene, halbtrockene und nasse Aufbereitung kommen dafür in Frage. Die spezielle Monsooning-Methode, um die es im Menüpunkt der besonderen Kaffee-Sorten des Landes noch einmal detailliert geht, spielt in den Monaten von Juni bis September eine Rolle. Die Ernte erfolgt im Übrigen zwischen Dezember und März. Die Verschiffung erstreckt sich über das gesamte Jahr. Von den Häfen in Mumbai, Mangalore, Chennai und Tuticorin geht es hinaus in die ganze Welt. Abnehmer des indischen Kaffees sind unter anderem Deutschland, Italien, Russland, die USA oder auch Polen. 

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Die indische Kaffee-Kultur

Wurde Kaffee in Indien lange Zeit durchaus etwas stiefmütterlich behandelt und konnte gegen den Tee nicht ankommen, so hat sich das seit einigen Jahrzehnten deutlich geändert. Eine große Tradition ist dadurch bisweilen noch nicht entstanden. Landestypisches gibt es aber dennoch zu berichten. Etwas ungewöhnlich mag dabei erscheinen, dass bis in die 1940er-Jahre Kaffee mit Chicorée getrunken wurde. Von derartigen Eigenheiten haben sich die Inder heute weitgehend entfernt. Dafür lieben sie ihren „Kaapi“ – daran dürfte deutlich werden, was damit gemeint ist. Ganz konkret handelt es sich um Filterkaffee. Am liebsten genießen ihn die Einwohner mit Zucker und etwas Milchschaum.

Filterkaffee

Filterkaffeeliebe (Foto: Jessica Lewis from Pexels)

Ein Bestandteil der Kaffee-Kultur ist wohl das „Metering“, bei dem das schwarze Heißgetränk spielerisch serviert wird. So lässt sich etwa häufiger verfolgen, wie Milchschaum aus einer möglichst großen Höhe in die Tasse gegossen wird. Aber nicht nur der Filterkaffee gilt als populär: Wie in vielen anderen Ländern haben sich auch in Indien namhafte Ketten etabliert und diese nutzen beinahe selbsterklärend auch die in Indien kultivierten Bohnen.

Besondere Kaffee-Sorten aus Indien

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Eine der prägnanten Kaffee-Sorten aus Indien trägt den Namen Monsooned Malabar und wird gern auch als Indiens schwarzes Gold bezeichnet. Besonders macht das Getränk das Verfahren der Aufbereitung, dass es so nur in diesem Land gibt. Ihren Ursprung hat die Methode noch lange vor der Industrialisierung. Kaffee musste einst mit Segelschiffen nach Europa befördert werden. Dieser Transportweg nahm mehrere Monate in Anspruch. Damit stand jedoch auch eine hohe Luftfeuchtigkeit in Zusammenhang. Die Konsequenz: Geschmack und Färbung der Bohnen änderten sich.

Als die Technologie der Dampfschiffe im wahrsten Sinne des Wortes an Fahrt gewann, gelangte der Kaffee wesentlich schneller auf den europäischen Markt. Doch die Kunden hatten sich an den einstigen Geschmack so gewöhnt, dass sie sich mit dem neuen Aroma nicht anzufreunden wussten. Deswegen erfanden die Inder eine Alternative, um diese Eigenschaften zu generieren: Die Bohnen werden seitdem teilweise in Lagerhäusern untergebracht, die Monsunwinde und Regen nicht vollständig abhalten. Im Anschluss ist das erneute Verlesen von Hand vorgesehen sowie die Lagerung in Kaffeesäcken.

Die beliebtesten Kaffee-Regionen aus Indien und der Kaffee-Charakter im Überblick

  • Karnataka: nussig, schokoladig, aromatisch, säurearm
  • Kerala: würzig, aromatisch
  • Tamil Nadu: würzig, herb, säurearm, enthält z.T. Holz-Noten

Der Kaffee-Gürtel aus den drei Regionen Tamil Nadu, Kerala und Karnataka erstreckt sich im Süden des Landes und ist das wichtigste Anbaugebiet. Das liegt schließlich auch daran, dass die Kaffeegeschichte Indiens hier begann und sich erst später auf weitere Bereiche, wie beispielsweise den Osten, ausdehnte. Die geringen Höhenlagen und die perfekten klimatischen Bedingungen inklusive des tropischen Monsuns begünstigen das Wachstum der Pflanzen. Gesondert ist die sogenannte Region Malzbar zu betrachten, wo der Kaffee in Küstennähe auf einer Höhe von 1.000 Metern und mehr kultiviert wird. Solche Bedingungen sind ansonsten nur sehr selten vorzufinden. Im Allgemeinen gilt der indische Kaffee – unabhängig von seinem Herkunftsgebiet – als sehr säurearm und damit gut magenverträglich. Die verbindenden Eigenschaften sind Würzigkeit, Ausgewogenheit im Geschmack sowie ein kraftvoller Körper.

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Zahlen und Fakten zu Kaffee aus Indien

Etwa 70 Prozent – so hoch ist der Anteil an Robusta-Bohnen, die in Indien produziert werden. Die übrige Menge entfällt auf Arabica. Teilweise wird auch ein Verhältnis von 60 zu 40 genannt. Wie dem auch sei: In jedem Fall liegt Robusta-Kaffee in Indien noch klar vorn.

Von den mehr als 1,2 Milliarden Menschen des Landes sind etwa 250.000 als Kleinbauern für die Kaffeekultivierung verantwortlich. Deren Angestellte hinzugerechnet, verdient etwa eine Million Inder ihren Lebensunterhalt in diesem Wirtschaftssektor. Rund drei Prozent Marktanteil kann das Land vorweisen und sichert sich damit von Jahr zu Jahr einen Platz unter den Top Ten der wichtigsten Kaffeenationen. Auch eine unserer Espressi enthält Bohnen aus Indien: Amore E Basta

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Viele Grüße

Euer Team von Barista Royal

 

Unser Dank für die Bereitstellung des Titelfotos geht an: