Peru - Bio-Kaffee par excellence

Peru - Bio-Kaffee par excellence | Barista Royal GmbH

Peru

Peru ist weltweit die Nummer eins – wenn es um die Produktion von Bio-Kaffee geht. Außerdem liegen die Südamerikaner in den Top Ten der größten Exporteure, wobei sie nahezu komplett auf hochwertigen Arabica und dabei Sorten wie Bourbon, Caturra sowie Typica setzen.

Kaffee aus Peru

Eines der Vorzeigeländer für Kaffee von höchster Bio-Qualität ist Peru. Der südamerikanische Staat hat sich zu 99 Prozent auf die Produktion von Arabica festgelegt und bietet dabei insbesondere die Sorten Catimor, Bourbon, Typica, Pache und Caturra an. Die Bohnen sind nicht nur unter absoluten Kennern gefragt, sondern generell sehr beliebt. Gründe dafür gibt es viele. Der sehr abwechslungsreiche, aromatische Geschmack ist einer davon. Peruanischer Kaffee kann sich etwa mal mit einer sehr erdigen Note und einer spürbaren Würze präsentieren und ist manchmal eher samtig-schokoladig. Im Allgemeinen überzeugt er aber, da er sehr mild ausfällt und ein flaches Geschmacksprofil vorzuweisen hat. Anbaugebiete gibt es im Norden, in der Landesmitte sowie im Süden und damit schon in der Andenregion. Außerdem ist Kaffee das wichtigste Exportgut der Peruaner.

Die Inka-Stätte Machu Picchu

Blick über die Inka-Stätte Machu Picchu (Foto: Giacomo Buzzao / Unsplash)

Die Kaffee-Geschichte Perus

In Peru begann die Kaffee-Geschichte zur Mitte des 19. Jahrhunderts. Eingeführt wurden die Pflanzen über das benachbarte Ecuador. Gleich im Anschluss fingen die Menschen mit einer gezielten Kultivierung an, wodurch die Bestände zunahmen. Rund 100 Jahre lang dachten die Einwohner gar nicht daran, etwas von den Köstlichkeiten abzugeben und konsumierten den Kaffee ausschließlich selbst. Das änderte sich dann um 1890, als Peru erstmals exportierte.

Das 20. Jahrhundert brachte die Zeit unter der britischen Herrschaft mit sich. Infolge dessen sahen sich die Peruaner dazu gezwungen, einen Großteil ihres Landesgebiets an die Europäer abzugeben. Insgesamt waren das zwei Millionen Hektar. Davon nutzten die Briten ein Viertel für den Anbau von landwirtschaftlichen Erzeugnissen. Darunter fiel auch Kaffee, der schließlich schon damals als eines der wichtigsten Wirtschaftsgüter mehr und mehr Bedeutung erlangte. Wanderarbeiter, die aus dem Hochland stammten, waren auf den Plantagen tätig, um die Produktion zu unterstützen. Als die Besatzer sich wieder zurückzogen, bekamen einige der Wanderarbeiter die Gelegenheit, ihnen den Grund abzukaufen, um anschließend selbst als Kaffeebauer tätig zu sein.

Weniger glorreiche Zeiten erlebte das Land in den 1970er-Jahren durch die revolutionäre Regierung unter Präsident Juan Velasco Alvarado. Er verabschiedete das „International Coffee Agreement“, was dem Kaffeeanbau eher schadete als ihn förderte. Die Regelung sah vor, feste Preise und Verkaufsmengen zu gewährleisten. Deswegen bestanden kaum wirtschaftliche Anreize und Argumente, um die Infrastruktur zu verbessern. Indem der Staat später schließlich die Entscheidung traf, seine Unterstützung komplett zurückzuziehen, litt der Wirtschaftszweig noch mehr. Heute hat sich Peru von dieser Vergangenheit unlängst erholt und schaffte es mit Erfolg, zum Weltmarktführer bei Bio-Kaffee zu avancieren. 

Kaffeeanbau in Peru

Die Gründe, warum Peru so intensiv den biologischen Anbau von Kaffee betreibt, sind nicht zuletzt auf die Bedingungen des Landes zurückzuführen. Ein Großteil der Plantagen liegt in bergigen und waldähnlichen Gebieten. Das macht einen Einsatz von Maschinen oder industriell orientierten Verarbeitungsmethoden schon aus dieser Perspektive nahezu unmöglich. Daher wird auf natürliche Düngung vertraut – und auf den Einsatz von Pestiziden verzichtet. Nahezu der komplette Kaffeeanbau erfolgt außerdem auf kleinen Farmen. Denen mag es zwar aus alleiniger Sicht nicht möglich sein, in großen Mengen zu exportieren oder teilweise das Bio-Zertifikat zu erhalten, doch dafür sind in Peru Kooperativen vorhanden. Hier schließen sich Kaffeebauern zusammen und erhalten zum Teil Unterstützung von größeren Initiativen.

Von der Ernte bis zum Verkauf – die Reise der peruanischen Kaffeebohne

Insgesamt erstreckt sich das Anbaugebiet in Peru auf eine Fläche von 95.000 Hektar. Die Zeit für die Hauptblüte sind die Monate Oktober bis Januar. Geerntet wird von April bis teilweise in den Oktober hinein. Das geschieht ausschließlich von Hand, wodurch immer nur die reifen Früchte abgenommen werden. Somit lässt sich auf der einen Seite eine hohe Qualität gewährleisten und auf der anderen Seite bedeutet es aber auch einen höheren Arbeitsaufwand. Die Peruaner haben sich für die Aufbereitung weitgehend auf das nasse Verfahren festgelegt. Häufig sind Kleinbauern, die in Genossenschaften organisiert sind, für die Produktion zuständig. Sie machen rund 30 Prozent der geernteten Menge aus und stehen vor allem für Nachhaltigkeit und die ohnehin beinahe obligatorischen biologischen Erzeugnisse. In den Monaten von Juni bis Februar verschifft Peru seine Kaffeebohnen in die Abnehmerländer. Zu diesen gehören etwa die USA, Deutschland, Kanada, Japan oder auch die Niederlande und Spanien. Der Export erfolgt über die Häfen in Iquitos, Matarani und Callao.

Zwei peruanische Taschenträger

Peruanische Taschenträgerinnen (Foto: Giacomo Buzzao / Unsplash)

Die peruanische Kaffee-Kultur

Obwohl der Anbau von Kaffee in Peru schon über viele Jahrzehnte praktiziert wird, hat sich das nur sehr bedingt auf die Bevölkerung und ihre Traditionen ausgewirkt. Die Peruaner sind keine passionierten Genießer des schwarzen Heißgetränks. Das belegt auch die hohe Zahl der exportierten Bohnen. 99 Prozent des peruanischen Kaffees gehen in andere Länder – somit verbleibt nur eine kleine Menge innerhalb der eigenen Grenzen.

Es ist zu beobachten, dass die Peruaner das Kaffeetrinken kaum zelebrieren. Stattdessen sind sie eher Konsumenten von Instant-Kaffee. Etwas ungewöhnlich sind auch die Zeiten, in denen sie sich eine Tasse genehmigen. Das ist anders als beispielsweise im europäischen Raum am Morgen, sondern vielmehr am Nachmittag oder gegen Abend der Fall. Dafür lässt sich aber sagen, dass biologischer Anbau ein wichtiger Bestandteil der Kaffee-Kultur ist. Die Kleinbauern setzen auf natürliche Dünger und greifen nicht auf den Einsatz von Pestiziden zurück. Dementsprechend können die Konsumenten ihren Kaffee umso sorgenfreier genießen.

Besondere Kaffee-Sorten aus Peru

Den besonders hochpreisigen Kopi Luwak kennen vermutlich mittlerweile viele. Es handelt sich dabei um eine Kaffeesorte aus Indonesien, die mit Hilfe einer Schleichkatzenart entsteht, welche die Kaffeekirschen zunächst verdauen muss. Noch einen legt Peru mit seinem Misha Kaffee drauf. Abgeleitet ist der Name dieser Sorte vom Mishashos, einem Nagetier, das hierzulande als Nasenbär bekannter sein dürfte. Die Grundlage wird dabei ganz ähnlich geschaffen, wie es beim indonesischen Kaffee der Fall ist. Die Nasenbären fressen die reifen Kaffeefrüchte und scheiden die Bohnen nur bedingt verdaut nach etwa drei Stunden wieder aus. Weil sie im Magen der Tiere aber auf andere Früchte aus dem Urwald getroffen sind, wozu unter anderem Papaya oder Ananas gehören, entwickeln sie einen unverkennbaren Geschmack. Pro Kilogramm können bis zu 1.400 US-Dollar für den Misha Kaffee anfallen.

Ein Mishashos

Ein Mishashos bzw. Nasenbär (Foto: Giovanna Gomes / Unsplash)

Die beliebtesten Kaffee-Regionen aus Peru und der Kaffee-Charakter im Überblick

  • Cajamarca: schokoladig, blumig
  • Junin: samtig, schokoladig, würzig, erdig
  • Cusco: mittelkräftiges Aroma, schokoladig, nussig, voller Körper

Da die durchschnittliche Anbauhöhe für die peruanischen Bohnen bei 1.600 Metern liegt, werden diese als Hochlandkaffee deklariert. Es gibt in dem südamerikanischen Land drei wesentliche Anbauregionen, von denen eine im Norden (Cajamarca), eine in der Mitte sowie eine im Süden liegt. Typisch für den Norden ist ein feuchtes Klima, was mit der Äquatornähe erklärt werden kann. In der Mitte befindet sich das Chanchamayo-Tal mit den Anbaugebieten Junin und Pasco. Hier überwiegt ebenfalls Hochland und die Bohnen gelten heute von höchster Qualität. Das war jedoch nicht immer so. In den 1980er- und 1990er-Jahren fanden hier Guerilla-Kämpfe statt, wodurch auch die Pflanzen in Mitleidenschaft gezogen wurden. Der Süden umfasst die Gebiete Puno und Cusco. Diese Zonen sind an den Tälern des Andengebirges angesiedelt. 

Zahlen und Fakten zu Kaffee aus Peru

Ziemlich genau 99 zu eins – so fällt das Verhältnis in Peru aus, wenn es um die Aufteilung zwischen Arabica und Robusta geht. Fast ausschließlich die Arabica-Bohnen spielen demnach für das Land eine Rolle. Dabei erstreckt sich der Anbau überwiegend auf kleine, in Waldgebieten gelegene Plantagen. Von den insgesamt rund 95.000 Hektar der dafür vorgesehenen Flächen werden mehr als 90 Prozent unter diesen Bedingungen kultiviert. Außerdem wächst der Großteil der Pflanzen auf einer Höhe im Bereich von 1.200 bis 2.000 Metern. Doch nicht nur der prozentuale Anteil der Arabica-Bohnen liegt in Peru bei 99 Prozent, sondern auch der der exportierten Kaffeemenge. Das macht dieses Gut zum wichtigsten Wirtschaftsfaktor.

 

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