Laos - Hochwertiger Kaffee vom Bolaven Plateau

Wasserfälle beim Bolaven Plateau

Laos

Bestmögliche Bedingungen für hochwertigen Kaffee bietet das Bolaven Plateau, die wichtigste Anbauregion von Laos. Das feuchttropische Klima und der mineralhaltige Boden unterstützen das Wachstum, während die akribische Ernte von Hand die gleichbleibende Qualität der Arabica- und Robusta-Bohnen gewährleistet.

Kaffee aus Laos

Im Gegensatz zu anderen Kaffee-Ländern hat der Anbau in Laos noch keine jahrhundertelange Tradition. Dafür konnte sich der südostasiatische Staat dennoch international ein ausgezeichnetes Renommee durch seine Qualität verschaffen. Das Zentrum der Kultivierung ist das Bolaven Plateau, ein Gebiet, das auf einer ehemals vulkanischen Gegend liegt. Durch französischen Kolonialismus wurde der Anbau in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts ins Rollen gebracht. Der überwiegende Teil der Ernte entfällt mit etwa 65 Prozent auf Robusta, der Rest ist Arabica. Zu einem beinahe vernachlässigbaren Part werden noch Liberica-Bohnen angepflanzt.   

Auf einer Höhe von 800 bis 1.350 Metern gedeiht der laotische Kaffee unter hervorragenden Bedingungen. Eine wichtige Rolle nimmt für das Land die Kooperative AGPC ein, die knapp 2.000 Familien vereint, die sich dem Kaffee-Anbau widmen. Sie sorgt für faire Bedingungen, unterstützt bei der Vermarktung und achtet auf eine gleichbleibend hohe Qualität der Erzeugnisse.

Kaffeeplantage im Bolaven Plateau

Kaffeeplantage im Bolaven Plateau (Foto: ilf_ lizenziert unter CC BY-SA 2.0)

Die Kaffee-Geschichte Laos

Die ersten Versuche, Kaffee nach Laos zu bringen, begannen im Jahr 1915. Hier waren es französische Kolonialisten, die den Versuch unternahmen, die Bäume zu kultivieren. Das Vorhaben scheiterte jedoch zunächst. Ein weiterer Anlauf sah vor, Arabica- und Robusta-Pflanzen aus der vietnamesischen Stadt Saigon zu nutzen, die aus dem dortigen botanischen Garten stammten. Diese Unternehmung glückte in den 1930er-Jahren und brachte eine erfolgreiche Ernte ein. Schwere Zeiten erlebte der Kaffeeanbau in Laos ab 1949. Hier setzte zunächst ein großer Frost ein, durch den schließlich Kaffeerost resultierte. Der folgende Vietnamkrieg verursachte weitere Schäden.

Als der Konflikt beendet war, verlagerten viele Familien ihren Lebensmittelpunkt auf das Bolaven Plateau, das in der Provinz Champasak liegt. Dort fanden sie einen ausgesprochen fruchtbaren Boden vor, der ideale Voraussetzungen für eine weitere Kultivierung der Kaffeepflanzen bot und bis heute bietet. Im weiteren Verlauf dehnte sich der Anbau aus und nach heutigem Stand produziert Laos bis zu 30.000 Tonnen Kaffee pro Jahr. Die Regierung des Landes und Entwicklungsagenturen arbeiten gemeinsam mit den Landwirten daran, vermehrt auf Arabica-Pflanzen zu setzen. Der Grund: Diese bringen den Bauern den doppelten Ertrag ein und sind aus ökonomischer Sicht dementsprechend lukrativer. Dieser Prozess erstreckte sich über die zurückliegenden, etwa 25 Jahre. Heute ist das Bolaven Plateau das mit Abstand wichtigste Kaffee-Gebiet in Laos. Nahezu diese gesamte Menge des kultivierten Kaffees gedeiht hier.

Siedlung auf dem Bolaven Plateau

Siedlung im Bolaven Plateau (Foto: kenner116 lizenziert unter CC BY 2.0)

Kaffeeanbau in Laos

Die Früchte des Kaffeebaums werden in Laos zur feuchten Jahreszeit gesetzt und als Setzlinge großgezogen. Haben sie die richtige Höhe erreicht, kommt es zum Umpflanzen. Es entstehen Reihen, bei denen die Sträucher jeweils mehrere Meter voneinander trennen. Zwischen drei und vier Jahren dauert es, bis erstmals Früchte gedeihen. Gerade kleine Plantagen, die in Familienhand sind, positionieren Bäume zwischen den Kaffeesträuchern. Das hat mehrere Vorteile. Einer davon besteht darin, dass sich so auf natürliche Weise Schädlinge fernhalten lassen. Zugleich hat der Schatten zur Folge, dass die Pflanze über längere Zeit Früchte trägt – diese reifen jedoch nicht zur gleichen Zeit. Dementsprechend ist ein höherer Aufwand bei der anschließenden Ernte zu konstatieren. Größere Plantagen setzen nicht auf diese Methode. Für viele laotische Bauern gilt der Kaffee als lukrativstes, landwirtschaftliches Erzeugnis. Es bringt ihnen mehr ein, als wenn sie sich um die Kultivierung von Mais, Reis oder Soja kümmern würden. Mit Hilfe dieses wichtigen Exportguts können sie ihre Familien ernähren.

Von der Ernte bis zum Verkauf – die Reise der laotischen Kaffeebohne

Geerntet werden die Kaffeekirschen in Laos von Hand. Das bringt einen grundsätzlich höheren Aufwand mit sich, doch dafür nehmen die Arbeiter jeweils nur die reifen Früchte ab und stellen auf diese Weise die Qualität sicher. Die Produktion in dem südostasiatischen Land ist nicht auf die Masse ausgelegt, wie es beispielsweise beim Nachbar Vietnam der Fall ist. Ein durchschnittlicher Pflücker schafft es, täglich etwa 70 Kilogramm zu ernten, die Fortgeschrittenen nehmen bis zu 100 Kilogramm täglich von den Sträuchern.

Die Entwicklung der Kaffeebohne
Die Entwicklung der Kaffeebohne (Foto: ilf_ lizenziert unter CC BY-SA 2.0)

Nach der Ernte werden die Beeren mit Hilfe eines Siebs getrocknet und verlieren dadurch ihre Feuchtigkeit. Der anschließende Arbeitsschritt sieht vor, die Bohne von der Schale zu trennen. Diese noch hellen Bohnen sind dann zum Rösten bereit. Vielen Kleinbauern wird dieses Verfahren durch zentrale Röstereien abgenommen. Sie zeigen sich oftmals auch dafür zuständig, den Kaffee weiterzuverkaufen. Abnehmer sind die Nordamerikaner, die Europäer und sogar die Australier.

Trocknung der Kaffeebohnen

Trocknung der Kaffeebohnen (Foto: ilf_ lizenziert unter CC BY-SA 2.0)

Die laotische Kaffee-Kultur

Für die laotische Bevölkerung, insbesondere rund um das Bolaven Plateau spielt der Kaffee eine wichtige Rolle. Das hat auch seinen Grund: Obwohl die Kultivierung im Vergleich mit anderen Ländern noch längst nicht auf eine so lange Tradition zurückblicken kann, ist daraus ein ausgesprochen wichtiger Wirtschaftsfaktor erwachsen. Immerhin gelten Kaffeebohnen als das fünftwichtigste Exportprodukt. Dementsprechend lässt sich auch eine Liebe zum schwarzen Heißgetränk erkennen. Gleichzeitig ist aber gerade der asiatische Raum auch mit dem Tee stark verwurzelt. Zur Kaffee-Kultur in Laos zählt ohne Zweifel der sogenannte Kaffee Lao. Das ist das Lieblingsgetränk vieler Einwohner. Sie genießen ihn tiefschwarz, geben zwei Teelöffel gezuckerte Kondensmilch hinzu und rühren das Ganze dann um. Der Kaffee Lao beeindruckt mit einem schokoladigen Geschmack. Typisch für Laos ist außerdem, dass direkt an den Plantagen frischer Kaffee verkauft wird. Hier können Touristen Halt machen und eine Tasse kosten.

Die Aufbrühung des Kaffees in Laos

Die Aufbrühung des Kaffees in Laos (Foto: ilf_ lizenziert unter CC BY-SA 2.0)

Besondere Kaffee-Sorten aus Laos

Eine spezielle Kaffee-Sorte aus Laos ist der Lung Song. Er stammt aus dem wichtigsten Anbaugebiet des Landes und das ist das Bolaven Plateau. Den Charakter dieses Kaffees kennzeichnet ein Säureprofil, das an afrikanische Sorten zu erinnern vermag. Darüber hinaus sind ausgeprägte Noten von Thymian und Salbei enthalten. Zugleich lassen sich auch exotische Früchte erahnen. Das macht den Lung Song in seinem Aroma einzigartig. Der Kaffee wird durch eine nasse Verarbeitung für die nächsten Schritte vorbereitet.  

Eine andere Sorte, die einer Erwähnung bedarf, ist der Red Laos, dessen Herkunft ebenfalls das Bolaven Plateau ist, wo er wie der Lung Song auf einer Höhe von rund 1.200 Metern wächst. Das Aroma kann als süß und mild beschrieben werden, wobei auch Nuancen von Zuckerrohr für einen einzigartigen Geschmack sorgen.

Die beliebtesten Kaffee-Regionen aus Laos und der Kaffee-Charakter im Überblick

  • Bolaven-Plateau: samtig, voll, arm an Bitterstoffen

Die Kaffee-Regionen in Laos sind ausgesprochen überschaubar. Als wichtigste und nahezu einzige gilt das Bolaven Plateau. Von diesem Gebiet stammen etwa 95 Prozent der gesamten Bohnen, die der asiatische Staat hervorbringt. Es erstreckt sich auf einer Fläche von 10.000 Quadratkilometern. Diese Hochebene befindet sich im Süden von Laos und gilt als einer der fruchtbarsten Abschnitte des Landes. Neben der Vielzahl an Kaffeeplantagen prägen weitere Grünpflanzen sowie viele Wasserfälle das Bild. Die vorherrschenden Bedingungen des Bolaven Plateaus erweisen sich als ideal, damit Kaffee gedeihen kann. Der Boden ist vulkanischen Ursprungs und dadurch besonders mineralhaltig. Begünstigend kommt das feuchttropische Klima hinzu.  Angebaut wird vorrangig auf einer Höhe von 1.200 Metern über dem Meeresspiegel. Benannt ist das Bolaven Plateau im Übrigen nach den Laven, der größten Volksgruppe in Laos.

Zahlen und Fakten zu Kaffee aus Laos

Bei den wichtigsten Exportprodukten des Landes rangiert Kaffee auf Platz fünf. In Laos werden sowohl Robusta-Bohnen, als auch Arabica-Bohnen angebaut. Insgesamt beträgt das jährliche Produktionsvolumen rund 20.000 Tonnen. Davon entfallen mit 15.000 Tonnen drei Viertel auf Robusta, das übrige Viertel sind Arabica-Bohnen. Das Bolaven-Plateau ist die wichtigste Anbauregion, da hier ganze 95 Prozent des gesamten Kaffees wachsen. Das geschieht auf einer Höhe von 1.150 bis 1.300 Metern. Die Fläche dieses Gebietes erstreckt sich auf etwa 10.000 Quadratkilometer. Im weltweiten Vergleich ist Laos auf Position 22 der größten Kaffeeproduzenten zu finden. Die Kaffee-Kooperative AGPC ist im Land darum bemüht, für faire Preise zu kämpfen, eine hohe Qualität der Bohnen zu gewährleisten, Kinderarbeit entgegenzuwirken und den biologischen Anbau zu unterstützen. Dieser Organisation gehören etwa 1.800 Menschen an.

Laotischer Kaffee

Laotischer Kaffee (Foto: Kristian Ryan Alimon auf Unsplash)

 

Zwar nicht aus Laos - aber auch lecker

Barista Royal Espressi

Barista Royal Kaffees

 

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